Inhaltsübersicht
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Gertraud LadnerDurch dick und dünn | Kulturgeschichtliches zum Gewicht von Frauen
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Ulrike WagenerWie schwer wiegt das Böse?
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Kerstin RödigerDas Paradies der Erde … |
… liegt auf dem Rücken der Pferde -
Magdalene L. FrettlöhGott Gewicht geben | Ein Versuch, kavodologisch von Gott zu reden
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FAMA-RedaktorinnenGewichtige Gedichte | elf elfchen
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Lisette Müller-JaagFrauen von Gewicht | Präsenz auf der Politbühne
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Christine StarkGewichtiges ist schwerelos | Gedanken zum Grabstein Jesu
Editorial
Wie schwer? Kommt ein Kind zur Welt, interessiert neben der Frage, ob es wohl ein Mädchen oder ein Junge sei, sehr schnell einmal, wie viel es wiegt. Aufs Gramm genau wird festgestellt, wie viel Gewicht das Neugeborene ins Leben mitbringt. Häufig scheint diese Information so (ge)wichtig, dass sie prominent auf Geburtsanzeigen prangt und so einem breiten Familien- und Freundeskreis kundgetan wird. Aufmerksamkeit gegenüber Gewicht ist den Menschenkindern also gewissermassen schon in die Wiege gelegt und begleitet sie durchs Leben – die einen intensiver, die anderen weniger.
Wie wäre es wohl, sich keinen Moment im Leben über Körpergewicht Gedanken zu machen – wie zum Beispiel eine Hummel? Ich kann nicht! Wer dies sagt, setzt sich selbst Grenzen. Denken Sie an die Hummel. Die Hummel hat 0,7 cm2 Flügel- fläche bei 1,2 g Gewicht. Nach den bekannten Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel weiss das aber nicht und fliegt einfach! Schön hat es die Hummel, denken Sie jetzt vielleicht – doch sollten Sie keinesfalls das Heft gleich aus der Hand legen!
Gewicht beschränkt sich keineswegs allein auf ein mögliches Zuviel oder Zuwenig von Körpergewicht oder beliebige Ideale desselben. Gewichtiges widersetzt sich einer solchen Reduktion. Gewichtiges – was Gewicht hat – ist naturgemäss wichtig, es hat auch mit dem Ich zu tun. Und es ist nicht zwingend schwer! Ja, es kommt bisweilen gar federleicht und doch bedeutungsvoll daher, wie Sie in den folgenden Artikeln zum Thema GewICHt nachlesen können. Als Besonderheit dieses Heftes wirft die FAMA- Redaktion ihr vereinigtes Gewicht in Form von Elfchen in die Runde: Mini-Poesien, bestehend aus je elf Wörtern – luftig und wortleicht.
In luftigen Höhen schwebt auch die bunte Nana der Künstlerin Niki de Saint Phalle in unbeschwerter Unbekümmertheit in der grossen Halle des Zürcher Hauptbahnhofs. Selbstbewusst illustrieren einige ihrer Nana-Schwestern dieses Heft, sei es durch den Text schwebend oder in der Landschaft posierend – ihres GewICHts scheinbar stets bewusst.
Esther Kobel