Inhaltsübersicht
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Béatrice Bowald«Du heilige Dreifaltigkeit!» | Belastung oder Chance?
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Magdalene L. FrettlöhKommunion in der «Urwohngemeinschaft»
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Doris StrahmVerschiedene Wege zum göttlichen Einen
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Josée NgalulaMwana Wa Nzambe | Zwischenruf einer afrikanischen Theologin
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Gisela MatthiaeDie Dreieinigkeit muss gekürzt werden! | Frau Seibold zu kirchlicher Sparpolitik
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Moni EggerBezaubernd schön dreifältig | Ein religionspädagogisch-persönliches Patchwork zur Trinität
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Christine StarkMultitask oder: Eine Frau zählt bis drei
Editorial
Der Sonntag nach Pfingsten heisst Trinitatis oder Dreifaltigkeitssonntag. Danach werden die liturgischen Bezeichnungen nach lutherischer Tradition unisono lauten: erster Sonntag nach Trinitatis, zweiter Sonntag nach Trinitatis bis hin zum 25. Sonntag nach Trinitatis am Ewigkeitssonntag vor dem 1. Advent. Immer schon war der Gedanke der Trinität eine theologische Konstruktion, die es allerdings in sich hat. Es ging darum, das Wesentliche von Gott so zu sagen, dass es den damals religiös Fragenden und Denkenden handfeste Nahrung bot, anknüpfend an ihrem Welterleben, dieses erweiternd und vertiefend. In den ersten Jahrhunderten nach unserer Zeitrechnung war die Welt ohne göttlichen Schöpfer undenkbar. Es war einsichtig, dass die Göttlichkeit in einem besonderen Menschen ganz und gar offenbar werden kann und ebenso einleuchtend für damaliges Denken, dass hinter der Verwirklichung von Agape, gelebter Nächsten- und gar Feindesliebe, etwas Göttliches stehen muss.
Vor wenigen Tagen war ich in Thüringen, einem deutschen Bundesland, in welchem nur 20% der Menschen konfessionell gebunden sind. Im Modell der «Offenen Kirchen» werden die Menschen nicht mit dem Gedanken der Trinität konfrontiert, sondern dort angesprochen, wo ihr Leben auf das Göttliche hin offen ist: Zum Valentinstag wird für alle in Liebe Verbundenen ein Segen angeboten – und die Menschen kommen. Ich verstehe das als eine neue Art der Inkulturation des Christentums. Heisst das nun Schluss mit der Trinität? Ich denke Ja, insofern mit «Gottvater, Sohn und Heiligem Geist» als dogmatisch fixierter Rede über Gott heute mehr Befremden als Verstehen ausgelöst wird. Ich denke Nein, insofern das trinitarische Reden von Gott auch heute eine grosse Farbigkeit und Lebendigkeit in unser Wahrnehmen und Aufnehmen ihres Wirkens befördern kann. In diesem Sinn freuen wir uns, diese FAMA unseren Leserinnen und Lesern ans Herz zu legen.
Einige mögen sich wundern über die Zustellung der FAMA, welche sie (noch) nicht abonniert haben. Nach mehr als 25 Jahren als Zeitschrift, welche der feministischen Theologie als einer der innovativsten theologischen Denk- und Glaubensbewegungen der letzten Jahrzehnte eine Stimme gibt, machen wir gerne mittels eines erweiterten Versandes weitere Theologinnen, Theologen, Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone auf uns aufmerksam und freuen uns über ihr Interesse.
Jacqueline Sonego Mettner