Elisabeth Beck-Gernsheim, Wir und die Anderen. Über Kopftuch, Zwangsheirat und andere Missverständnisse. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 2004, 245 S.
Das Buch handelt von den Bildern, die in Medien und Alltag über Migrant:innen und ethnische Minderheiten kursieren: zum Beispiel die enge Traditionsbindung, die für Eingewanderte charakteristisch sein soll; oder das traurige Los der unterdrückten Ausländerfrau; oder das Schicksal der zweiten Generation, verloren im Kulturkonflikt. Warum können sich solche unbegründeten Vorstellungen halten? Weil, so Elisabeth Beck-Gernsheim, die Einheimischen «die Anderen» aus dem mononationalen Blickwinkel der deutschen Mehrheitsgesellschaft betrachten. Die Erfahrungen der Migrant:innen und Minderheiten dagegen sind transnational: aufgespannt zwischen mehreren Ländern, Kulturen und Zentren, geprägt vom Nebeneinander mehrerer Sprachen, Heimaten, Weltbilder.