In unserer Gesellschaft ist es schwierig, sich einer persönlichen Auseinandersetzung und oftmals auch einer immer wieder erneuten Stellungnahme dazu zu entziehen. Wer Kinder hat, muss sich nicht erklären, wer keine Kinder hat, hingegen oftmals schon. Dies kann dem Thema eine grosse Schwere verleihen.
Wir sprechen in diesem Heft mit Frauen* über ihre Kinderlosigkeit oder ihre Kinderfreiheit. Dabei ist es uns wichtig, dass sich diese Frauen* nicht erklären «müssen», sondern, dass wir ihren Stimmen Gehör verleihen. Stimmen, die hoffentlich dazu beitragen, immer mehr Menschen darin zu sensibilisieren, dass ein Leben mit Kindern nur einer von vielen Lebensentwürfen sein kann. Stimmen, die aber auch zu sensibilisieren vermögen, dass ein Leben ohne Kinder manchmal frei gewählt ist – und manchmal nicht. Dafür haben wir zum Gespräch eingeladen. Vier Frauen* erzählen aus ihrem Leben und darüber, wie es sich entwickelt hat. Vier Frauen* erzählen und reflektieren gemeinsam über ihr kinderloses oder kinderfreies Leben. Dieses Gespräch steht im Mittelpunkt dieses Hefts.
Viele Themen werden dabei angeschnitten, andere kommen nicht zur Sprache. Dem wollen wir Rechnung tragen. So finden sich neben dem Hauptartikel kurze Texte, die weiteren Erfahrungen von Frauen* rund um Kinderlosigkeit oder Kinderfreiheit Raum geben.
Sie berichten anonym über ihr Erlebtes. Zahlen und Fakten, ein bibelwissenschaftlicher Einblick sowie ein Bericht zu Filmen, die sich mit dem Thema «Regretting Motherhood» beschäftigten, weiten die Auseinandersetzung zusätzlich aus.
Besonders schön finde ich, dass das Heft durch die Kunst von Moni Egger, einer unserer Redaktorinnen, kreativ ergänzt wird. Ihre Bilder zeigen auf bewegende Art ihre ganz persönliche physische Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderlosigkeit, gestaltet mit ihrem letzten Menstruationsblut, Kohle und Kreide.
Möge diese FAMA dazu beitragen, das Tabu um diese Themen zu brechen und auf feinfühlige Art miteinander ins Gespräch zu kommen!